artikel-web20Wirtschaftskrise und mangelnde Investitionsbereitschaft hinterlassen auch im Bereich des Webdesigns ihre Spuren. Einmal abgesehen davon, in wie weit ein Unternehmen überhaupt die Notwendigkeit sieht eine Internetpräsenz zu besitzen, ist es in Zeiten wie diesen wichtiger als je zuvor, das eine Internetpräsenz durchdacht, sauber programmiert und im äusseren Erscheinungsbild die Philosophie des Unternehmens wiederspiegelt. Immer häufiger wird hier am falschen Ende gespart. Bedingt durch billige oder gar kostenlose Webbaukästen schimpft sich mittlerweile fast jeder Hobbybastler als Webdesigner und versucht sich mit Dumpingpreisen sein Taschengeld aufzubessern. Diese Billiganbieter haben aber meist wenig mit gutem Webdesign und Web 2.0 zu tun. Ein bunter Button ist noch lange keine Web 2.0 – Anwendung. Geiz ist geil mag vielleicht bei manch einem Gross-Discounter den Umsatz in die Höhe treiben, bei effektivem und gutem Webdesign sind solche Sprüche aber wohl eher unangebracht. Sie haben niemals eine zweite Chance für den ersten Eindruck.

Was bedeutet eigentlich Web 2.0?
Dieser Begriff wird von vielen leider immer noch Missverstanden. Manch einer denkt das ein Erscheinungsbild der Webseite im Stil von Apple und Co. bereits Web 2.0 bedeutet. Weit gefehlt, Web 2.0 ist vielmehr die Einbeziehung des Besuchers in das Geschehen auf Ihrer Seite. Dies kann folgendermassen aussehen:

• Bieten Sie einen News-Blog und die Möglichkeit Beiträge zu kommentieren
• Lassen Sie Produkte und Beiträge vom Besucher aktiv bewerten
• Geben Sie dem Besucher die Möglichkeit an Ihrer Präsenz mitzuwirken
• Bieten Sie eine Diskussionsplattform wie z.b. ein Forum
• Bieten Sie Upload- und Downloadmöglichkeiten

Sie sehen, Web 2.0 ist mehr als nur eine statische Bilderseite. Mit solchen Massnahmen binden Sie Ihre Besucher mit ein und animieren zum wiederkommen.

Suchmaschinenoptimierte Programmierung
Heutzutage ist es wichtiger als je zuvor, das Ihre Webseite in validem, sauberen und suchmaschinenoptimierten Quellcode bereitgestellt werden. Suchmaschinen, angeführt von Google, achten immer mehr auf eine saubere Struktur der Webseite. Übertreiben Sie es nicht mit Keywords. Beschränken Sie sich auf das Wesentliche. 10 treffende Wörter sind absolut ausreichend. Der sogenannte Description gibt Aufschluss über den Inhalt einer Seite. Achten Sie auch hier darauf das dieser Description auf das Thema der Seite ausgelegt wird. Dies gilt natürlich auch für die Seitentitel Ihres Webauftrittes.

Letztendlich sind dies aber nur die Grundpfeiler für erfolgreiches SEO. Damit Ihre Webseiten Topplatzierungen bei den Suchmaschinen erreichen, ist aber einiges mehr an Arbeit und Investitionen notwendig. Am Beispiel von BMW lässt sich verdeutlichen was eine AdWords-Kamagne an Kosten verursacht. Im Schnitt gibt BMW in den USA täglich 8.000 $ für Keywords wie „BMW, coupe, limousine, oder car“ aus. Dies bringt BMW USA täglich etwa 6.000 Besucher auf die Webseite. Wie kommt man an diese Zahlen? Über den Webdienst http://www.spyfu.com. Dieser Dienst ermöglicht es Ihnen, im englischsprachigen Raum eine Keyword-Analyse und AdWords-Kampagnen zu entschlüsseln. Leider kann man nur Datenmaterial aus den USA und England auswerten.
Sie sehen also, das es mit Eintragungen in Webkatalogen nicht getan ist. Diese sind nach neuesten Erkenntnissen so oder so mit Vorsicht zu geniesen. Google achtet immer mehr auf die Qualität von Backlinks zu Ihren Seiten.

Fazit:
Achten Sie mehr denn je auf eine gute Umsetzung Ihrer Webseite. Vertrauen Sie Profis und keinen Billiganbietern und Hobby-Webdesignern. Lassen Sie sich nicht aufs Glatteis führen mit versprechungen wie: „Wir bringen Sie auf Topplatzierungen“. Diese Garantie gibt es nicht, und schon garnicht für 100 Euro. SEO ist nunmal mehr als nur ein Eintrag in einer dubiosen Linkorgiensammlung.

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Frank Viehmann

Geschäftsinhaber bei 3D Mediadesign
Ursprünglich Projektleiter in der 3D-Produktentwicklung, seit 2006 spezialisiert auf 3D Visualisierungen mit Cinema 4D und Webdesign auf Basis von WordPress. Begeisterter Schäferhundefan und Hundesportler mit unserer Freya. Folge mir auch auf Google+, Twitter oder Facebook.

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6 Kommentare zu “Web 2.0 zum Dumpingpreis?

  1. Dem kann ich nur beipflichten. Viele Unternehmer sparen gerade bei Ihrem Webauftritt an Kosten. Man sollte immer bedenken, das in der heutigen Zeit die Internetseite mehr als nur eine Visitenkarte ist. Dann besser garkeine Seite, als so manchen unprofessionellen Murks auf den man tagtäglich im Netz stösst.

  2. Ich selbst hab auch schon für einige Bekannte die ein oder andere Seite erstellt. Aber nur für den privaten Bereich. An Firmen würde ich mich garnicht herantrauen. Da wird mitunter zuviel verlangt. Ausserdem müsste ich ja dann ein Gewerbe anmelden, und das will ich nun wirklich nicht. Ich kann das aber durchaus nachvollziehen, das es welche gibt die Hauptberuflich normal arbeiten gehen und sich in der Freizeit für kleines Geld was dazuverdienen. Ein Gewerbeschein ist schnell geholt. Kostet ja fast nichts. Ich finde das aber nicht OK. Schliesslich haben Unternehmen, die davon leben müssen ja ganz andere Auslagen wie Miet-und Personalkosten. Da kann man verständlicherweise nicht für 3Euro/Std. arbeiten.

  3. Endlich mal ein Beitrag der die Wahrheit schreibt.
    Möchtegern-Designer die 0-Ahnung vom Webdesign haben und Ihre Kunden ans Messer liefern bzw. in die Irre führen.

  4. Tja, ich selbst komme aus der Baubranche und muss mich tagtäglich mit Billiganbietern, Schwarzarbeitern und Nebenbeischaffern rumärgern. Ich denke im Baugewerbe ist das noch viel schlimmer da wir viele Privatkunden haben. Da zählt nunmal jeder Euro. Die meisten interessiert erstmal nicht die Qualität, was sich im Nachgang aber immer rächt. Letztendlich muss der Kunde dann doch mehr investieren. Aber leider denken die Deutschen oft noch in die falsche Richtung.

  5. Dieser Beitrag hat mir die Entscheidung für Ihr Unternehmen geradezu abgenommen. Was ich bis jetzt an Ergebnis zum aktuellen Stand meines Projektes in Augenschein nehmen durfte, war mehr als zufriedenstellend. Auch ich musste bereits mein Lehrgeld bei einer sogenannten „Billigfirma“ bezahlen. Inkompetenz und ein dermassen miserables Endergebnis waren das Resultat von investierten 250 Euro. Nie mehr wieder. Qualität und Professionalität haben nun mal Ihren Preis.

  6. Genau so sehe ich das auch, traurig aber wahr. Und ich versuche wo immer es geht, selbsternannten Webdesigner auf den Schlips zu treten. Habe sogar eine Website erstellt, auf der ich nur „Spezialisten“ zulasse… zumindest soweit ich das aus der Ferne beurteilen kann ,) Cheers

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