Lange wurde darüber diskutiert, nun ist es Realität. Google nimmt die Ladezeiten einer Webseite in das Ranking auf. Was bedeutet das im Detail? Künftig ist für die Platzierung einer Webseite bei Google auch die Performance und die Geschwindigkeit einer Webseite wichtig. Wie hoch die Ladezeiten allerdings bei über 200 Rankingfaktoren gewichtet werden, weis wohl letztendlich nur Google selbst.  In jedem Fall sollte jeder Webmaster seine Seiten nun doch etwas näher unter die Lupe nehmen, was die Performance betrifft.

Google gibt als Schwellenwert 1,5 Sekunden für das Laden einer Webseite vor. Aus meiner Sicht nicht ganz realistisch. Diesen Schwellenwert zu unterbieten, Bedarf es einer Webseite die wohl lediglich aus reinen Textelementen aufgebaut ist. Bedingt durch die immer schneller werdenden Internetzugänge und dem Stichwort Web2.0, bestehen heutzutage moderne Webseiten aber nicht nur ausschliesslich aus Texten.

Was bedeutet das nun für eine Webseite?
Zunächst einmal stellt sich die Frage: Wie bringe ich in Erfahrung, wie schnell meine Webseite bei Google gewertet wird? Man sollte zunächst davon ausgehen, das jeder, der eine Internetseite betreibt, auch ein eigenes Google-Konto besitzt. Unter den Webmaster-Tools findet man seit längerem den Punkt Google Laps » Website-Leistung. In der Leistungsübersicht gibt Google nun an wie schnell die Webseite von Google gelesen wurde.

Websiteleistung nach Google Webmaster-Tools

Anhand von unserer Domain 3d-mediadesign.de sieht man hier sehr deutlich, das sich einiges getan hat. Der Grund: Es wurde der Provider gewechselt. siehe hierzu auch den Artikel: WordPress Cache optimieren.
Was kann man gerade im Hinblick auf SQL-Daten und WordPress noch optimieren?
Der Ansatz liegt oft näher als man denkt. GZIP-Komprimierung und Cache sind hier die Schlagwörter. Nutzen Sie die Möglichkeiten, die Ihr Server bietet. Bei Apache ist das verhältnismässig einfach. Nehmen Sie in Ihrer htaccess-Datei folgende Parameter auf:

# mod_deflate (gzip) aktivieren
<FilesMatch „\.(js|css|html|htm|php|xml)$“>
SetOutputFilter DEFLATE
</FilesMatch>

Dieser Eintrag bewirkt das alle angegebenen Dateitypen im GZIP-Format komprimiert werden. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Erweiterung der Caching-Funktion. Dieser Eintrag verhindert zusätzliche Serveranfragen des Browsers und gibt an, wie hier im Beispiel 30 Tage, wie lange der Cache gültig ist.

# ExpiresHeader: verhindert bedingte GET-Anfragen
<IfModule mod_expires.c>
ExpiresActive on
ExpiresDefault „access plus 30 days“
</IfModule>

In den meisten Fällen ist dies bereits eine völlig ausreichende Massnahme, den Webseiten Beine zu machen. Die Verwendung von zusätzlichen WordPress-Cache-Plugins bläht meiner Ansicht nach nur den Code zusätzlich auf. Wer dennoch den Einsatz diverser Cache-Plugins für notwendig empfindet, sollte das ausgiebig testen. Hierzu bietet sich die Firefox-Erweiterung Firebug an.

Grundsätzlich gilt für eine gute Seitenperformance:

  • Halten Sie eingesetzte Grafiken klein. Mehr hierzu…
  • Befreien Sie Ihr WordPress von unnötigen Plugins
  • Achten Sie bei der Providerwahl auf gute Performance der Server

Fazit:
Gute Seitenperformance ist nie ein Fehler. Wer besucht schon gerne eine Webseite, die sich zu Tode läd. Allerdings sollte man dem Neu eingeführten Rankingfaktor „Ladezeiten“ auf keinen Fall zu grosse Beachtung schenken. Noch zählt ein qualitativ guter Content mehr als eine rasende Webseite. Wer nun denkt das er mit einer Seite die innerhalb einer Sekunde läd, auf eine Top-Platzierung kommt, ist wohl auf dem Irrweg. Schliesslich gibt es noch 199 Faktoren im Ranking, die sicherlich wichtiger sind als Top-Ladezeiten.

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Frank Viehmann

Geschäftsinhaber bei 3D Mediadesign
Ursprünglich Projektleiter in der 3D-Produktentwicklung, seit 2006 spezialisiert auf 3D Visualisierungen mit Cinema 4D und Webdesign auf Basis von WordPress. Begeisterter Schäferhundefan und Hundesportler mit unserer Freya. Folge mir auch auf Google+, Twitter oder Facebook.

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3 Kommentare zu “Ladezeit wird Rankingfaktor bei Google

  1. Ich denke mal, das die 1,5 sekunden völliger Schwachsinn sind. 5 sek. sind da wohl eher realistischer. 80% aller Webseiten kommen doch heutzutage nicht ohne gutes Bildmaterial aus. Die Zeiten von reinen Textseiten sind doch schon lange vorbei. Heute ist es doch wichtiger sein Unternehmen gut und professionell rüberzubringen. Mit unendlichem Textmaterial ohne Bilder oder auch Animationen, lesen sich Besucher nur tod und verschwinden gleich wieder. Ein bisschen Pling Pling sollte schon sein.

  2. Ich finde die Sache uninteressant. In Zeiten von DSL-Raten bis zu 36000 KBit/s spielt eine Grafiküberladene Seite doch wohl wirklich keine Rolle mehr. Und wer nutzt schon ein Handy um im Internet zu serven? Ich ruf mit dem iPhone mails ab oder Google vielleicht mal schnell nach einer Adresse. Das war’s aber auch schon.
    Der ganze Hype um iPhone/iPad und Webverbindungen über UMTS und Co. ist wohl der Auslöser für die Google-Reaktionen hinsichtlich Ladezeiten. Für mich völliger Dummfug. Spielzeuge für Möchtegernmanager und solche die es sein wollen.

  3. Wenn man derzeit die Socialdienste wie Twitter, Facebook etc. verfolgt, und den ganzen SEO-Spezialisten glauben schenken darf, spielt die Ladezeit künftig wohl doch eine nicht unerhebliche Rolle beim Ranking einer Webseite.
    Ich denke, man sollte in jedem Fall beim erstellen auf die Performance achten.

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