Der Umzug eines Magento Online-Shops auf eine andere Domain kann durchaus einige Problematiken mit sich bringen. Wie man am effektivsten solch einen Domainumzug durchführt, will ich hier mal im Detail erläutern.

1. Sicherung der aktuellen Konfiguration

Zuerst sollten alle Daten auf dem Server lokal gesichert werden. Ich empfehle hierfür FileZilla als FTP-Client. Mit FileZilla lassen sich die FTP-Daten einfach und bequem auf den lokalen Rechner laden. (Unbedingt darauf achten, das auch versteckte Dateien mit heruntergeladen werden)

Als zweiten Schritt legt man einen Dump (Exportfile) der Datenbank an. Entweder direkt über PHPmyAdmin, das in der Regel jeder Provider zur Verfügung stellt, oder mit einem anderen SQL-Tool wie beispielsweise MySQLDumper. Wenn man MySQLDumper verwendet, sollte man unbedingt auf die eingesetzte Version achten, diese sollte mindestens 1.24.2 haben. Bei älteren Versionen wird der Primärschlüssel mit auto_increment beim ein/auslesen der Datenbank automatisch um einen Index erhöht. Magento besteht aber auf den Wert „0“.

2. Anlegen und konfigurieren der neuen Datenbank

Wenn man nun alle Daten gesichert hat, kann man sich der neuen Domain widmen. Hier zunächst eine leere Datenbank anlegen und dann über PHPmyAdmin oder MySQLDumper den zuvor gesicherten Dump einspielen. Jetzt müssen noch die Pfade der neuen Domain in der Datenbank aktualisiert werden. Die Pfade befinden sich in der Tabelle:

core_config_data
Folgende Einträge müssen editiert werden: web/secure/baseurl und web/unsecure_baseurl

[warning_box]Achtung: Änderungen an der Datenbank bitte mit Bedacht vornehmen.[/warning_box]

Das war es auch schon, was die Datenbank betrifft.

3. Magento via FTP installieren

Jetzt laden wir per FTP, die zuvor local gesicherte Magento-Installation auf den neuen Webspace. Die im Verzeichnis /var befindlichen Unterordner müssen leer sein. Dabei darauf achten, das nur die Inhalte der Ordner gelöscht werden, NICHT die Ordner selbst.

Bei der, im Stammverzeichnis der Magento-Installation befindlichen .htaccess, muss evtl. der Installationsordner geändert werden. Wenn man z.b. die Magento-Installation auf dem Webspace in dem Ordner /magento installiert hat, muss dieser Ordnername in der .htaccess angegeben werden. Diese Angabe befindet sich in der Zeile RewriteBase.

Magento RewriteBase htaccess

Im nächsten Schritt müssen wir Magento noch die neuen Datenbankparameter mitteilen. Dazu editieren wir die beiden Dateien config.xml und local.xml. Die Dateien befinden sich im Verzeichnis /app/etc der Magento-Installation. Hier müssen die neuen Datenbankparameter (Server, Datenbankname, Datenbankbenutzer und Passwort) angegeben werden.

Datenbankparameter Magento

4. Der Magento Connect Manager

Der Magento Connect Manager ist verantwortlich für die Installation eingesetzter Extensions und enthält alle Pfadangaben zu Ihrer Magento-Installation. Diese Angaben werden in der pear.ini gespeichert (/downloader/pearlib/). Man sollte vor dem Aufruf des Connect-Managers auf der neuen Domain, diese Datei zuerst löschen. (Sicherungskopie anlegen) Beim aufrufen des Connect-Managers wird diese Datei neu geschrieben, und die Pfade der neuen Domain werden ergänzt.

Läuft der Shop unter einem gesicherten SSH-Zugang muss man die Befehlszeile http://deine_domain.de/pear mage-setup ausführen. Dadurch werden ebenfalls die alten Pfade gelöscht.

5. Magento Cache und Zugriffsrechte

Hat man alles richtig gemacht, sollte der Shop unter der neuen Domain ordnungsgemäss laufen. Im Backend sollte man in jedem Fall noch den Magento-Cache leeren.

Sollten diverse Zugriffsrechte auf Ordner nicht richtig gesetzt sein, kann es zu Fehlermeldungen kommen, bzw. gibt Magento einen Fehlercode aus. Um nun feststellen zu können, welche Fehler dies sind, kann man kurzzeitig die Reportausgabe im Browser aktivieren. Hierzu einfach /errors/local.xml.sample in  /errors/local.xml umbenennen. Und schon bekommt man die Fehlerdetails direkt im Browser angezeigt. Nicht vergessen die Datei wieder umzubenennen, wenn alles in Ordnung ist.

6. Probleme mit Themes

Meist betreibt man seinen Magento-Shop mit einem zugekauften oder speziell erstellten Theme. Manche Themes machen nach einem Domainumzug nicht unbedingt das, was sie machen sollen und es kommt evtl. zu Anzeigefehlern oder sogar einem kompletten Ausfall des Frontend’s. In solch einem Fall hilft meist einfach die Neuinstallation des Themes. Hierzu geht man am besten nach der mitgelieferten Dokumentation des Themes vor, das jedem guten Theme beiliegen sollte.

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Frank Viehmann

Geschäftsinhaber bei 3D Mediadesign
Ursprünglich Projektleiter in der 3D-Produktentwicklung, seit 2006 spezialisiert auf 3D Visualisierungen mit Cinema 4D und Webdesign auf Basis von WordPress. Begeisterter Schäferhundefan und Hundesportler mit unserer Freya. Folge mir auch auf Google+, Twitter oder Facebook.

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3 Kommentare zu “Domainumzug mit Magento

  1. Hallo Frank,

    vielen Dank für den hilfreichen Artikel bzgl. des Magento Serverumzugs, was bei mir jedoch nicht funktioniert, trotz der Einhaltung der o.g. Schritte.

    Das Problem ist, dass ich nach dem Umzug nur die Homepage aufrufen kann, bei jeglichen anderen Pfaden bekomme ich die Fehlermeldung „Not Found, 404“

    Womit könnte das zusammenhängen? Evtl. mit Punkt 4? Dieser Pafd/Datei existiert nämlich nicht bei mir, weder bei den Originalfiles und demzufolge auch nicht bei den kopierten.

    Über sachdienliche Hinweise würde ich mich sehr freuen! Vielen Dank.

    1. Punkt 4 betrifft eigentlich nur den Connect-Manager. Vielleicht schaust Du Dir mal die Zugriffsrechte auf dem Server an. Gerade bei einem Providerwechsel tauchen oft Fehler auf weil entsprechende Serverparameter nicht verfügbar oder gesetzt sind. Ist schwierig ohne Einblick eine Diagnose zu stellen.

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