SEO und SEM

Search Engine Optimization (SEO) und Search Engine Marketing (SEM) sind Massnahmen um eine Webseite erfolgreich in Suchmaschinen wie z.b. Google oder Yahoo zu platzieren. Dabei unterscheidet man zwischen einer on-page-Optimierung (Massnahmen die direkt auf der eigentlichen Webseite durchgeführt werden) und der off-page-Optimierung (Massnahmen die ausserhalb der Webseite stattfinden).
Suchmaschinenoptimierung ist ein sehr langwieriger und umfangreicher Prozess. Der Erfolg hängt massgeblich vom Inhalt der zu optimierten Seite ab. Webseiten, die nur aus sehr wenig Textinhalten, oder fast ausschliesslich aus Bildmaterial bestehen, haben es schwer eine Topplatzierung zu erreichen. Hier möchten wir einige grundlegende Faktoren der Suchmaschinenoptimierung ansprechen. Die angesprochenen Faktoren dienen lediglich als Basis für gutes SEO und SEM, das auf jeder Webseite berücksichtigt werden sollte.

Die “on-page-Optimierung”

Betrifft alle Massnahmen die Sie innerhalb der eigenen Domain durchführen können und sollten. Sei es die Überlegung zur geeigneten Seitenstruktur, das Füllen mit qualitativem Inhalt oder die richtige Querverlinkung. Die grundlegenden Kriterien werden hier erläutert.

Der Content (Inhalt)

Suchmaschinen wie z.b. Google, gerade in Deutschland als Standard anzusehen, sind fast ausschliesslich textorientierte Suchmaschinen. Webseiten, die viel mit Bildmaterial arbeiten, sollten darauf achten, das die eingesetzten Bilder ausreichend mit Beschreibungen und Titeln versehen sind. Auch die Grösse des Bildmateriales sollte nicht den Rahmen sprengen. Seitdem Google die Ladezeiten einer Webseite in das Ranking aufgenommen hat, spielt dieser Parameter ebenfalls eine Rolle.
Langfristig sollten Sie darauf achten, das Ihr Content einzigartig und inhaltlich von hoher Qualität ist. Copy und Paste ist hier nicht der richtige Weg. Zudem Contentklau nicht gerade ein Kavaliersdelikt darstellt. Nehmen Sie sich die Zeit für eigene und gut formulierte Texte. Das ist zwar eine durchaus zeitintensive Angelegenheit, wird sich aber langfristig für Ihre Webseite auszahlen. Dadurch vermeiden Sie ebenfalls Duplicate Content (doppelter Inhalt). Gerade bei Pressemitteilungen findet man oft Textinhalte mit gleichem Inhalt auf verschiedenen Domains.

Suchmaschinenfreundliche URL’s

Eine sehr wichtige SEO-Grundregel sind suchmaschinenfreundliche (sprechende) URL’s. Gerade beim Einsatz von CM-Systemen sieht man häufig folgende Webseitenstruktur:

  • www.meinedomain.de/page_id3

Das ist natürlich alles andere als aussagekräftig. Sinnvoller sind einwandfreie Permalinks

  • www.meinedomain.de/kontakt

In WordPress wird dies z.b. unter Einstellungen >> Permalinks eingestellt. Da es sich bei WordPress um ein Blogsystem handelt, sollte man auch gleich die Parameter year und monthnum aufnehmen. So wird das Erscheinungsdatum eines Artikels mit aufgenommen.

Sollte Ihre .htaccess nicht beschreibbar sein, müssen Sie für die Permalinkstruktur folgende Werte per Hand ergänzen:

<IfModule mod_rewrite.c>
RewriteEngine On
RewriteBase /
RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-f
RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-d
RewriteRule . /index.php [L] </IfModule>

Achten Sie ebenfalls darauf, das auf Ihren Seiten kein doppelter Content vorkommt.

Beispiel: Sie schreiben einen Artikel mit genau dem gleichen Inhalt, der bereits in einer Unterseite enthalten ist. Gerade bei Blogs sieht man das oft. Dieser häufig anzutreffende Fehler führt unter Umständen zu massiven SEO-Problemen und kann im Extremfall den Ausschluss der kompletten Site aus dem Google-Index zur Folge haben. Vermeiden Sie Fehler mit sogenannten Trailing Slashes (/). Verwenden Sie Links innerhalb der Seite entweder ohne Slash

http://www.meinedomain.de/kontakt

oder mit Slash

http://www.meinedomain.de/kontakt/

Kommen beide Varianten mit Verlinkung auf die gleiche Seite vor, nimmt Google die Seite als unterschiedliche URL auf, was wiederum zu doppeltem Content führt.

Die Mehrfacherreichbarkeit einer Domain sollte ebenfalls nicht ausser Acht gelassen werden. Beispiel: Ihre Domain ist sowohl unter www.meinedomain.de und unter meinedomain.de erreichbar. Es ist wahrscheinlich, das Sie über beide Domainvarianten eingehende Links erhalten. Für Google sind dies dann aber 2 komplett unterschiedliche URL’s, aber mit gleichem Inhalt. Das sollte unbedingt vermieden werden. Abhilfe schafft auch hier ein Eintrag in der .htaccess.

RewriteCond %{HTTP_HOST} !^www\.meinedomain\.de$
RewriteRule ^(.*)$ http://www.meinedomain.de/$1 [L,R=301]

Je nach Serverkonfiguration des Providers kann es sein, das der Eintrag etwas variiert. Auskunft erhalten Sie normalerweise bei Ihrem Webhoster.
Legen Sie für jede Seite eine aussagekräftige Titelbeschreibung fest. Enthalten sollten auch die Keywords sein, die für diese Seite massgeblich sind. Auch Keywordkombinationen sind sinnvoll. Vermeiden Sie unbedingt die Verwendung von Unterstrichen (_), verwenden Sie stattdesen einen Bindestrich (-). Gerade einige CMS verwenden gerne den Unterstrich bei der Benennung von Seiten und Titeln. Dies sollten Sie in jedem Fall korrigieren.

Verwenden Sie in keinem Fall Sonderzeichen in der URL. Als Sonderzeichen gelten alle Zeichen ausser a-z, A-Z, Zahlen und das “-”. Verwenden Sie beispielsweise anstelle von Ä – ae oder Ö – oe.

Seiten richtig bei Google indizieren

Grundsätzlich ist die beste Lösung, das Sie Ihre Seiten intern verlinken. Wenn Sie beispielsweise einen Artikel für ein paar Tage auf der Startseite platzieren, wird er sicherlich von Google indiziert. Was aber, wenn der Artikel dann irgendwann von der Startseite verschwindet? Nun, dann wird der Beitrag früher oder später aus dem Google-Index rausfliegen. Dem kann man mit der internen Verlinkung entgegenwirken.
Gerade bei Webseiten mit vielen Inhalten und Unterseiten bietet sich der Einsatz einer XML-Sitemap an. Eine XML-Sitemap ermöglicht Suchmaschinen eine bessere und schnellere Indizierung. Eine weitere Möglichkeit, auch sehr umfangreiche Webseiten komplett in den Google-Index zu bekommen, besteht in der Anlage von Subdomains. Subdomains werden von Google wie separate Domains behandelt. Diese Methode sieht man oft im Zusammenhang mit Shops oder diversen Unternehmensbereichen. Beispielsweise shop.meinedomain.de oder werbetechnik.meinedomain.de

Descriptions

Wie bereits beim Seitentitel, sollte auch der Meta-Description jeder Seite individuell und zum Thema angepasst, festgelegt werden. Der Inhalt sollte kurz und in Sätzen den Inhalt der Seite beschreiben. Bauen Sie auch hier die gewünschten Keywords mit ein. Die ideale Länge des Descriptions sollte bei 160 Zeichen liegen.

Verlinkung, eindeutige Benennungen

Ganz gleich ob interne oder externe Verlinkung. Eine Verlinkung sollte immer eine eindeutige Benennung (Alt-Tag) besitzen. Dies betrifft ebenfalls sämtliches Bildmaterial das auf Webseiten zum Einsatz kommt. Interessant für alle Blogseiten ist auch die Verwendung der Funktion “ähnliche Artikel”, dadurch werden automatische Querverlinkungen zu Artikeln angelegt, die eine ähnliche Thematik beinhalten. Für WordPress gibt es hier einige interessante Plugins. WordPress Related Posts eignet sich hierfür hervorragend.

Die “off-page-Optimierung”

Bei der SEO-Massnahme „off-page-Optimierung“ handelt es sich um alle Maßnahmen, die nicht auf Ihrer eigenen Seite statt finden. Hauptsächlich geht es hierbei um die Linkpopularität, also die Anzahl der eingehenden Links Ihrer Seite, die Anzahl der fremden Seiten, die Links zu Ihnen gesetzt haben. Entscheidend ist dabei allerdings nicht die Anzahl der eingehenden Links, sondern vielmehr die “Stärke” und die Themenverwandschaft zu Ihrer eigenen Seite.
Ebenfalls zu beachten sind folgende Punkte:

  • Es muss sich um einen direkten Link ohne Weiterleitung handeln
  • Die Seite, auf der der Link eingebunden ist, sollte im Google-Index indiziert sein
  • Es darf nicht mit dem rel=“nofollow“ Attribut verlinkt werden (bei nofollow wird keine Linkpopularität bzw. Pagerank vererbt)
  • Die verlinkende Seite ist nicht von einem Google-Filter betroffen
Hinweis zum PageRank:

Der PageRank einer Webseite hat rein garnichts mit dem Traffic einer Webseite zu tun. Auch hat er nur indirekt etwas mit der Platzierung bei Google zu tun. So kann es durchaus sein, das eine Webseite mit PR2 bessere Suchergebnisse liefert, als eine Webseite mit PR5 bei gleichem Thema. Der PageRank ist lediglich ein Indikator für die Linkpopularität und hat nur wenig mit SEO zu tun. Eintragsorgien in diversen Webkatalogen bringen vielleicht einen besseren PR, aber keine besseren Suchergebnisse für Ihre Webseiten.

Linkanalyse und Qualität

Für die Analyse der Linkpopularität der eigenen Seiten, ist man bei Google mit den Google Webmaster Tools ganz gut bedient. Hier erhält man eine weitestgehend vollständige Auflistung der Google bekannten eingehenden Links. Es gibt im Internet allerdings auch einige Backlinkchecker, die eine Linkauswertung ermöglichen. So ist z.b. WebSEOAnalysis eine Anlaufstelle. Hier erhalten Sie ausser einem Backlinkcheck noch weitere Informationen über Ihre Webseiten.
Bei der Beurteilung, ob eine fremde Seite wirklich gut verlinkt ist, empfiehlt es sich, besonders darauf zu achten, dass die Links „echt“ sind und nicht gekauft. Diese Seiten vererben Ihnen nur kurzweilig Ihre Linkpopularität. Achten Sie vielmehr auf Seiten, die Ihren PR zu Recht besitzen. Gerade Blogseiten sind bei Google sehr beliebt. Dort können Sie davon ausgehen, das Ihnen ein Link dauerhaft etwas bringt. Sie sollten allerdings nie ausser Acht lassen, das die zu linkende Seite auch mit dem Suchbegriff gerankt ist, den Sie optimieren wollen.

Social Media

Ebenfalls eine Möglichkeit Links zu generieren bieten Social Media-Plattformen, die zunehmend an Bedeutung gewinnen. Hierzu zählen unter anderem Twitter, Youtube, Facebook, Xing, Yigg, Mister Wong, Webnews und viele mehr. Diese sogenannten Social Media-Plattformen können durchaus einiges an Traffic für Ihre Webseiten generieren. Um mit einem geeignetem Thema aber auf Top-Rankings zu kommen, Bedarf es allerdings einiges an Einsatz, insbesondere sollten Beiträge einen hohen Interessengehalt aufweisen.

Fazit

Wie man hier bereits andeutungsweise erkennen kann, ist SEO keine Sache, die mal eben an einem Tag erledigt ist. Sie beginnt bereits bei der Erstellung Ihrer Webseiten. Daher ist es umso wichtiger, das Sie hier bereits auf Qualität achten. Bevor man überhaupt einen Gedanken an eine “off-page-Optimierung” verschwendet, sollte die “on-page-Optimierung” abgeschlossen sein. Gerade bei der Neuerstellung einer Domain kann es Jahre dauern, bis Sie mit TOP-Keywords die gewünschten Resultate erzielen. Es sei denn, Sie bedienen einen absoluten Nischenmarkt. In solch einem Fall können sich Erfolge bereits nach ein paar Monaten einstellen.
Legen Sie eine gesunde Portion Skepsis an den Tag, wenn Ihnen ein Anbieter für 100 Euro eine komplette SEO-Optimierung anbietet. Solche Angebote, insbesondere in Verbindung mit Sprüchen wie “Wir bringen Ihre Seiten auf Platz1 in nur 2 Wochen”, sind oftmals absolut unrealistisch und unseriös. Wie so oft im Internet, gibt es Möglichkeiten, eine Seite kurzzeitig auf einen der forderen Ränge zu bringen. Dies geschieht aber meist nicht auf legalem Weg und ist nur von kurzer Dauer. Vielmehr haben solche Massnahmen oft zur Folge, das Google Ihre Seiten über kurz oder lang aus dem Index entfernt und die Seiten abstraft. Sinnvolle und gute Suchmaschinenoptimierung ist ein sehr langwieriger Prozess und erfordert ständiges Ausbauen.

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